home ua de
Lesya Ukrainka-Strasse, 23
58002 Tschernivtsi
Ukraine
Tel. +38-0372-584760
library@chnu.edu.ua

Erneuert
2018-12-05
12:22:20

Nationaleigentum– Abteilung der seltenen Bücher und Handschriften

Die Abteilung für seltene Bücher und Handschriften der wissenschaftlichen Bibliothek der Nationalen Universität Tschernivtsi wurde im September 1986 gegründet.

Der Bücherbestand der Abteilung ist vor allem im Laufe des ersten Jahrhunderts des Bestehens der Bibliothek entstanden, als die Bücher, Zeitschriften und Zeitungen von Privatpersonen und Kommissionären in Form von Geschenken und Spenden von den Anstalten und Personen des öffentlichen Lebens, Geistlichen, Professoren und Zöglingen der Universität der Bibliothek überantwortet wurden.

Der Bücherfond existierte nicht als eine separate Einheit, jedoch wurden die wertvollsten Ausgaben bereits zu Zeiten der österreichischen, rumänischen und sowjetischen Herrschaft getrennt vom Gesamtbestand in geschlossenen Schränken aufbewahrt.

Im Jahre 2002 wurde “Der Fonds der Handschriften, der altertümlichen Bücher und seltenen Ausgaben“ und der Fonds “Bukowinensia“ der wissenschaftlichen Bibliothek der Nationalen Jurij Fedkowytsch-Universität Tschernivtsi für ein wissenschaftliches Objekt erklärt, das das Nationaleigentum (Verordnung des Ministerkabinetts der Ukraine Nr. 472-p vom 19.09.2002) bildet.

Am 14. Januar 2009 hat das Ministerium für Bildung und Wissenschaft der Ukraine das Zertifikat ╣ 17, Serie MN „Über die Eintragung des Fonds der Handschriften, der altertümlichen Bücher und seltenen Ausgaben und des Fonds „Bukowinensia“ in das Staatsregister der wissenschaftlichen Objekte, die das Nationaleigentum bilden“, ausgestellt.

   Hauptauftaufgaben der Abteilung zur Aufbewahrung und Funktion des wissenschaftlichen Objekts, und zwar des Bestandes der Handschriften, der altertümlichen Bücher und seltenen Ausgaben und des Bestandes „Bukowinensia“:

  • Organisation und Erhaltung der Abteilungssammlung gemäß der GOST-Norm 7.50-90;
  • Auffüllung des Abteilungsfonds und Erstellung von Digitalsammlungen;
  • Wissenschaftliche Forschung des Bestandes und Bildung von Separatsammlungen, die entsprechende Aufbewahrung erfordern;
  • informations-bibliographische und auskunfts-bibliographische Bibliotheksbetreuung der Benutzer;
  • Organisation und Verwaltung der Kataloge der Abteilung;
  • Teilnahme an der methodischen und wissenschaftlichen Forschungsarbeit der Bibliothek;
  • Offenlegung des Abteilungsbestandes für Wissenschafts- und Lehrnutzung.

Der Abteilungsfonds ist nach einzelnen Sammlungen strukturiert, die nach Chronologie-, Verlags-, Format- oder Schriftattributen, nach Kriterien der Seltenheit und des Wertes, einer bestimmten Druckart u. ä. gebildet sind.

Der Bestand zählt über 70000 Dokumente in mehr als 15 Weltsprachen. Darunter befinden sich Handschriften, Inkunabeln (Bücher der sogenannten „Wiegenlied-Periode“ der Typografie, zweite Hälfte des 15. Jahrhunderts.), Paleotypen (Bücher der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts), ukrainische und ausländische Ausgaben bis 1830, die Ausgaben des Zeitraumes des Großen Vaterländischen Krieges 1941-1945 sowie moderne Auflagen.

Die ukrainischsprachigen Bücher bilden ungefähr 9000 Exemplare, die fremdsprachigen 10000 Exemplare.

Zum Abteilungsbestand gehören darüber hinaus persönliche Büchersammlungen und Archivmaterialien berühmter Persönlichkeiten:

  • Wissenschaftler und Person des öffentlichen Lebens Kostjantyn Tomasczuk (1840-1889), erster Rektor der Czernowitzer Universität (1875-1876);
  • Doktor der Philosophie, Erforscher der Geschichte der Bukowina, Professor Eugen Kozak (1857-1933), Rektor der Czernowitzer Universität (1907-1908);
  • Der prominente ukrainische Sprachwissenschaftler, Philologe und Kulturaktivist Wassyl Simowycz, Absolvent der Czernowitzer Universität, ehemaliger Redakteur der Zeitung “Bukowina“ (1880-1944);
  • Literaturforscher, Professor der Czernowitzer Universität Iwan Andrijowycz Spiwak (1921-1993);
  • Der Sprachforscher, Schriftsteller und Pädagoge Ilarij Karbulytzkyj (1881-1961);
  • Der Jurist und Ehrendoktor der Nationalen Jurij Fedkowytsch-Universität Tschernivtsi bukowinischer Herkunft Mykola Suchowerskyj (1913-2008) und seine Familie;
  • die Familie Habsburg und ihre Büchersammlungen

Einen besonderen Platz unter den Raritäten der Bibliothek haben die Auflagen der niederländischen Verlagsdynastie Elzevier (Ende des 16. - Anfang des 18. Jahrhunderts), der venezianischen Buchdrucker und Verleger Aldo (15./16. Jahrhunderts), des berühmten niederländischen Druckers und Buchhändlers des 16. Jahrhunderts Christoph Plantin, des Typografen und Verlegers aus Basel Johann Froben (1460-1527), der die Werke antiker Autoren bzw. der Humanisten Erasmus von Rotterdam und Thomas More u. ä. veröffentlichte.

Der inländische Buchdruck (17. - Anfang des 19. Jahrhunderts) wurde durch die Verlage des Kyjiwer Höhlenklosters, der Buchdruckerei in Potschajiw, durch die vom berühmten ukrainischen Künstler-Typografen, Buchbinder und Schriftsteller Michajlo Sljozka gedruckten Bücher u. a. repräsentiert. Unter ihnen finden sich: “Das Schwert des Geistes“ (1666) von Lazar Baranovych, „Die Diskussionen über die Taten der heiligen Apostel“ (1624) von Johannes Chrysostomos und „Kommentare zur Apokalypse“ (1625) von Andreas von Caesarea, “Der Apostel“ (1654), “Die Regel zur Gottes-Einweihung“ (1760), “Akaphisten, Kanonen und andere Gebete für die Seele“ (1731), “Die orthodoxe Lehre“ vom Mitropoliten Platon (Levshin) (1765), “Die Polnische Grammatik“ von Maxim Symyhynowskij (1791).

Das erste in der Volkssprache herausgegebene Buch in den ukrainischen Westgebieten ist der Almanach “Rusalka Dnistrowaja“ (Wassernymphe vom Dnestr,           Budym, 1837) und gilt als eines der seltenen ukrainischen Bücher des 19 Jahrhunderts.

Zu den Objekten des ukrainischen Kulturerbes gehören über hundert fremdsprachige Ausgaben aus Lviv (die meisten auf Latein und Deutsch), die bis 1830 von den berühmten Typografen gedruckt wurden, auch die Bücher, die 1808-1819 in Charkiv hauptsächlich in lateinischer Sprache veröffentlicht wurden sowie jene, die in Czernowitz 1810-1836 auf Deutsch und Latein in Druck gingen.

Die Bibliothek ist auch auf die Bücher der altukrainischen Literatur aus der Harvard-Bibliothek stolz, die ein Teil des Harvard-Projekts anlässlich des Jahrtausend-Jubiläums des Christentums in der Rus’-Ukraine bilden.

Dem Sammlungsprofil entsprechend besteht der Abteilungsfonds aus den zu Lebzeiten erschienenen Werken der Klassiker der ukrainischen, russischen und fremdsprachigen Literatur, der Persönlichkeiten der Geschichte und Kunst, aus den besten druckqualitativen Auflagen. Ein unerlässliches Segment ist der Bestand der Nachschlagewerke und der historisch-kulturwissenschaftlichen Auflagen.

Seit dem Jahre 2002 arbeitet die wissenschaftliche Bibliothek an der Erstellung der Digitalsammlungen. Eine der wichtigsten Komponenten ist die Digitalisierung des Abteilungsfonds. Dieser ermöglicht nicht nur die Aufbewahrung wertvoller Ausgaben, (insbesondere der ukrainischen nordbukowinischen Zeitschriften, die eine wichtige Quelle für die Forschung des sozialpolitischen Lebens der Region sind), sondern auch den Benutzern einen weitgehenden Zugang zu den Abteilungsressourcen.

Die Abteilung führt wissenschaftliche Forschungen und aktive Ausstellungs- und Exkursionsarbeit durch. Die Artikel über die Sammlungen des Abteilungsbestandes werden in Zeitschriften und wissenschaftlichen Publikationen veröffentlicht. Es werden große (wissenschaftliche) Ausstellungen organisiert und gestaltet. Man exponiert die Ausgaben, die selbst von den Autoren und Besitzern der Bücher an die Bibliothek geschenkt wurden, die Ausgaben mit Exlibris, mit Autogrammen bekannter Persönlichkeiten, einzigartige Zeitschriften, Kalender, Gravuren, alte Fotos, Postkarten, u. a.

Es ist unsere Pflicht ist das Nationaleigentum zu erhalten und das dokumentarische Erbe der Vergangenheit den gegenwärtigen und zukünftigen Generationen zugänglich zu machen.

Ihre Bemerkungen, Fragen und Vorschläge unter: webmaster@chnu.edu.ua
 © 1999-2018 Nationale Jurij Fedkowytsch-Universität Tschernivtsi; Programmierung: Kramar A.W.